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Doris Hahlweg

Doris Hahlweg

Farbe ist Berührung des Auges – so betitelte die Malerin einen ihrer Kataloge aus dem Jahr 2010. Diesen Titel kann man bis heute als Statement ihrer Kunst voll und ganz unterstreichen. Doris Hahlweg (*1957 in São Paulo) verwendet als Malgrund Metallplatten aus Aluminium und sie reibt ihre Farben aus Pigmenten mit Leinöl selbst an. So lassen sich die Eigenschaften der Ölfarben, wie Viskosität, Fließverhalten und Transparenz präzise steuern und die sehr individuelle Konsistenz dieser Farben beeinflusst die Malerei, genauer die Form, die Untermalung, die Übermalung. Ein Farbton fordert den anderen. Der Prozess des Bildaufbaus entwickelt sich auf diese Weise. Die Malerin geht also nicht mit konkreten Vorstellungen an das Bild heran, sondern schöpft aus dem Malprozess selbst. Sie sagt: „Meine Bildtafeln bestehen aus Aluminium. Die harten Untergründe erlauben mir, ganze Malschichten wieder abzuziehen. Es kann also mehr Farbe entfernt als sichtbar sein. Es kann mehr Bildfläche übermalt als sichtbar sein. Alle Vorgänge hinterlassen ihre Spuren. Diese Prozesse können sich mit geringen Änderungen über Wochen hinziehen oder das Bildgeschehen wandelt sich plötzlich ganz und gar. Langsamkeit gegen Geschwindigkeit und Geschwindigkeit gegen Langsamkeit. Sehen für die Handlung und Handlung für das Sehen. Im Ende geht es um ein Gemälde. Eines, das ich noch nicht gesehen habe.“
Doris Hahlweg studierte von 1978-86 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Rudi Tröger und Prof. Hans Ladner, Meisterschülerin mit Diplom-Abschluß 1986.